Zahnzusatzversicherung Warentest – Zu einseitige Übersicht im Tarif Dschungel
Eine Zahnzusatzversicherung ist eine sinnvolle Investition in die Mundgesundheit, denn die Eigenanteilskosten bei Zahnbehandlungen und Zahnersatz steigen ständig. Doch nicht für jeden Patienten ist die gleiche Zahnzusatzversicherung geeignet. Um dem Verbraucher eine Hilfe zum Überblick im Tarif Dschungel zu geben führt die Stiftung Warentest regelmäßig die sogenannte Zahnzusatzversicherung Warentest durch. Hierbei nimmt sie zahlreiche Zahnzusatzversicherungen auf dem aktuellen Markt unter die Lupe. In der Dezemberausgabe 2008 ging dabei die Central Prodent als Testsieger hervor, gefolgt von der CSS Zahnzusatzversicherung, Barmenia ZG und der ARAG Z100. Wie sind diese Ergebnisse zu bewerten? Ersetzt der Test einen zusätzlichen eigenständigen oder fachmännischen Vergleich? Man muss bei der Beurteilung im Augen behalten, dass die Stiftung Warentest eigene Kriterien zugrunde legt, welche recht einseitig sind und individuelle Bedarfe nicht berücksichtigen. Genau hier verbirgt sich des Pudels Kern: Die Leistungskriterien des Warentests berücksichtigten vorrangig Maßnahmen des Zahnersatzes. Jedoch stellt insbesondere der Sektor Zahnbehandlungen ein unabdingbares Leistungsmerkmal dar, welcher aber, ebenso wie weitere wichtige Kriterien zur Beurteilung, nicht hinterfragt wurde. Dies verzerrt die Ergebnisse und untergräbt deren Übertragbarkeit für den Verbraucher. Schneidet eine Zahnversicherung bei der Stiftung Warentest im primären Sektor Zahnersatz schlecht ab wird sie automatisch insgesamt als schlecht bewertet, obwohl sie durch einen besseren Leistungsumfang bei anderen wichtigen Maßnahmen und weniger Ausschlusskriterien für die Übernahme von Kosten besticht. So wurde die Central Prodent bei der Stiftung Warentest im letzten Test zwar Sieger, jedoch eigentlich nur, weil sie vorrangig im Bereich Zahnersatz hervorsticht. Zwar ist die Central Prodent tatsächlich eine sehr gute Versicherung, jedoch würde die CSS Zahnzusatzversicherung bei Berücksichtigung des gesamten Leistungsumfanges im Vergleich sogar etwas besser abschneiden. Zum Beispiel verzichtet die CSS Zahnzusatzversicherung komplett auf eine Summenbegrenzung, was bei der Central Prodent nicht der Fall ist. Schlussfolgernd soll der Stiftung Warentest in Bezug auf ihren Warentest nicht gänzlich die Kompetenz abgesprochen werden, jedoch könnte man die Vergleichskriterien deutlich verbessern um ein realeres und uneingeschränktes Testergebnis zu erzielen. Statt vorrangig nur Leistungen für den Zahnersatz zu beurteilen sollten ebenso wichtige Kriterien wie Summenbegrenzungen, Wartezeiten, Sonderleistungen wie Funktionsdiagnostik oder kieferorthopädische Leistungen mit berücksichtigt werden.
